RQS Royal Highness: Genetisch instabil, mittelmäßiger Rauch

Anfang des Jahres habe ich beschlossen, zur Teil-Legalisierung mein altes Grow-Zelt (80x80x180 cm) wieder aufzubauen. Bei der Auswahl einer Sorte war mir eine ausgewogene THC/CBD-Balance wichtig. Als langjähriger Kunde von Royal Queen Seeds (RQS) stieß ich auf Royal Highness und wagte den Versuch. Hier ein detaillierter Bericht zu meinem Grow-Erlebnis.

Setup

Mein Setup war einfach, aber funktional: ein Standard-Growzelt (80x80x180 cm), eine Mars Hydro TS1000 LED-Lampe mit 150 Watt, ein Lüfter von Spiderfarmer und zwei Clip-Ventilatoren für die Luftzirkulation. Das Equipment hatte ich über die Jahre zusammengestellt und getestet.
Als Medium wählte ich leicht vorgedüngte Erde in 25-Liter-Stofftöpfen. Für die Nährstoffversorgung nutzte ich Hubey Hühnerkompost in der Wachstumsphase und Bat Guano in der Blüte. Da ich destilliertes Wasser verwendete, verzichtete ich auf pH-Up/Down-Produkte – ein kostspieliger, aber letztlich unnötiger Ansatz.

Keimung

Nach der Ankunft der Samen startete ich mit der Vorzucht: Die Samen ließ ich 20 Stunden in lauwarmem Wasser quellen, danach kamen sie in feuchte Küchentücher an einen dunklen Ort. Bereits nach zwei Tagen zeigten sich erste Wurzelspitzen. Sobald diese sichtbar waren, pflanzte ich die Keimlinge in kleine Löcher in der zuvor angefeuchteten Erde.
Um die Luftfeuchtigkeit hoch zu halten, stülpte ich Gläser über die Keimlinge. Nach drei Tagen sprossen sie zu kleinen Jungpflanzen heran, die kräftig und gesund wirkten.

Jungpflanzen

In den ersten Tagen wuchsen alle Pflanzen gleichmäßig, bis eine deutlich schneller zulegte. Ich hielt die Luftfeuchtigkeit bei 65–80 % und die Erde konstant feucht. Um Luftbefeuchter zu vermeiden, hängte ich stattdessen feuchte Küchentücher ins Zelt, die langsam verdunsteten. Nach etwa zwei Wochen waren die Pflanzen groß genug, dass die kleinen Anzuchttöpfe nicht mehr ausreichten. Sie entwickelten gesunde Blätter und „betende“ Spitzen – ein Zeichen, dass sie optimal versorgt wurden. Es war Zeit für das Umtopfen.

Wachstumsphase

In den 25-Liter-Stofftöpfen explodierte das Wachstum förmlich. Innerhalb eines Tages richteten sich die Pflanzen vollständig auf, und die ersten Ergebnisse des Low-Stress-Trainings (LST) wurden sichtbar. Ich hielt die Temperatur im Zelt zwischen 20–28 °C und die Luftfeuchtigkeit bei 55–70 %.
Ab Woche drei trainierte ich die Pflanzen durch LST weiter, entfernte unnötige Blätter und sorgte so für eine gleichmäßige Lichtverteilung. In Woche fünf hatten die Pflanzen das Zelt vollständig ausgefüllt, und ich stellte den Lichtzyklus auf 12/12 um, um die Blüte einzuleiten.

Blütephase

Die ersten Tage der Blütephase waren unspektakulär. Ich düngte vorsorglich mit Hühnerkompost und einer halben Dosis Bat Guano, da die Pflanzen in dieser Phase oft einen Wachstumsschub erleben. Tatsächlich legten sie in der ersten Woche spürbar an Blattmasse und Höhe zu.
Ab Woche zwei wurden erste Blütenansätze sichtbar. Ich schnitt überflüssige Blätter weg, insbesondere jene, die zur Mitte wuchsen und später nur Licht blockiert hätten. Nach drei Wochen waren die Pflanzen übersät mit jungen Blüten und die Streckphase war abgeschlossen. Zu diesem Zeitpunkt „lollipoppte“ ich die Pflanzen, indem ich das untere Drittel entfernte – so konnten sie ihre Energie auf die oberen, besser beleuchteten Buds konzentrieren.
In den Wochen vier bis sieben schwollen die Buds merklich an, und die Trichome nahmen zu. Ein Phänotyp stach als wahres „Trichom-Monster“ hervor, während ein anderer eher unspektakulär blieb. Der dritte Phänotyp, der ursprünglich am schnellsten wuchs, entwickelte sich zu einer buschigen Pflanze mit dicken, kompakten Buds. Die genetische Vielfalt der Pflanzen war deutlich sichtbar.

Ernte

In Woche neun kontrollierte ich die Trichome mit der Lupe und entschied mich, die Pflanzen gegen Ende der Woche zu ernten. Rückblickend hätten sie vermutlich noch eine weitere Woche gebraucht, aber ich war zufrieden. Ich hängte die Pflanzen im Zelt zum Trocknen auf, trimmmte sie nach zehn Tagen und bewahrte die Reste für die Herstellung von Butter auf.

Fazit

Das Grow-Erlebnis mit Royal Highness war spannend, aber nicht überzeugend. Die Pflanzen waren optisch beeindruckend, doch die genetische Instabilität war ein klarer Minuspunkt. Jeder Phänotyp war unterschiedlich – sowohl im Aussehen als auch im Rauch. Der dritte Phänotyp, den ich schon während der Blüte als „schwächer“ einstufte, enttäuschte auch im Endprodukt mit einer fast reinen CBD-Wirkung.
Letztlich bot Royal Highness eine interessante Erfahrung, aber die Qualität der Genetik war nicht konstant genug, um mich zu überzeugen. Ich werde vorerst keine weiteren Strains von Royal Queen Seeds anbauen.