Die Bedeutung von Licht beim Cannabis-Anbau: Alles, was du wissen musst

Jo Freunde, Licht ist für Cannabis genauso wichtig wie Wasser und Nährstoffe. Ohne das richtige Licht wächst die Pflanze nicht gesund, und die Erträge bleiben aus. Doch nicht jedes Licht ist gleich! In diesem Blogpost erfährst du, warum Licht so entscheidend ist, was es mit Lichtstärke und Spektrum auf sich hat und wie rote, blaue und grüne Lichtanteile das Pflanzenwachstum beeinflussen.

Warum Licht für Cannabis so wichtig ist

Cannabis ist eine phototrope Pflanze, das heißt, ihr Wachstum und ihre Entwicklung hängen direkt vom Licht ab. Pflanzen nutzen Licht für die Photosynthese – den Prozess, bei dem sie Lichtenergie in Zucker und Sauerstoff umwandeln. Dieses „Zuckerfutter“ ist die Energiequelle für Wachstum, Blüte und Harzproduktion.

Ohne das richtige Licht kann die Pflanze:

  • Langsam wachsen oder verkümmern.
  • Keine Blüten entwickeln.
  • Krankheitsanfälliger werden.

Lichtstärke: Wie viel Licht braucht Cannabis?

Die Lichtstärke wird in PPFD (Photosynthetic Photon Flux Density) gemessen und gibt an, wie viele Lichtteilchen (Photonen) auf die Pflanze treffen. Cannabis benötigt je nach Wachstumsphase unterschiedliche Lichtstärken:

Keimlingsphase: 200–400 µmol/m²/s
Die Pflanzen sind empfindlich und benötigen nur wenig Licht.
Wachstumsphase: 400–600 µmol/m²/s
Mehr Licht fördert kräftiges vegetatives Wachstum.
Blütephase: 600–1000 µmol/m²/s
In dieser Phase ist intensives Licht entscheidend für eine hohe Blütenproduktion.

Tipp:
Zu viel Licht kann die Pflanze „verbrennen“, also achte darauf, die Lampen nicht zu nah an die Pflanzen zu bringen. Nutze die kostenlose Photone App um deine Lichtstärke zu bestimmen und entsprechend die richtige Lampenhöhe zu finden.

Das richtige Lichtspektrum: Die Rolle von Farben

Das Lichtspektrum beschreibt die Wellenlängen des Lichts, das die Pflanze aufnimmt. Sonnenlicht enthält alle Wellenlängen, aber bei künstlichem Licht können wir die Farben gezielt steuern. Jede Farbe hat eine spezifische Wirkung auf die Pflanze:

Blaues Licht (400–500 nm): Wachstum und Stabilität

  • Fördert die Entwicklung gesunder, kompakter Pflanzen mit kräftigen Stielen und Wurzeln.
  • Wichtig in der Wachstumsphase, da es die Zellteilung anregt.
  • Zu viel Blau kann das Wachstum jedoch verlangsamen.

Rotes Licht (600–700 nm): Blüte und Ertrag

  • Entscheidend in der Blütephase, da es die Bildung großer, harziger Blüten unterstützt.
  • Regt die Photosynthese und die Hormone an, die für die Blütenbildung verantwortlich sind.
  • In Kombination mit Blau ergibt sich das beste Wachstum.

Grünes Licht (500–600 nm): Ergänzung und Durchdringung

  • Grün wird zwar weniger effizient genutzt, trägt aber zur Gesamtgesundheit der Pflanze bei.
  • Grünes Licht dringt tiefer in das Blätterdach ein, sodass auch die unteren Blätter Licht erhalten.

Lichtquellen: Welche Lampe ist die richtige?

Es gibt verschiedene Lampentypen für den Cannabis-Anbau, die sich in Lichtstärke und Spektrum unterscheiden:

LED-Lampen:

  • Energiesparend und langlebig.
  • Bieten ein einstellbares Spektrum (z. B. Blau für Wachstum, Rot für Blüte).
  • Perfekt für Indoor-Grower.

HPS-Lampen (Hochdruck-Natrium):

  • Ideal für die Blütephase, da sie viel rotes Licht ausstrahlen.
  • Produzieren jedoch viel Wärme und sind energieintensiv.

MH-Lampen (Metallhalogenid):

  • Bieten mehr blaues Licht und eignen sich für die Wachstumsphase.
  • Werden seltener verwendet, da LED-Lampen oft effektiver sind

Sonnenlicht:

  • Das beste Licht für Outdoor-Grower, da es das gesamte Spektrum enthält.
  • Abhängig von Jahreszeit und Standort.

Lichtzyklen: Wann und wie lange sollte Cannabis beleuchtet werden?

Cannabis benötigt je nach Wachstumsphase unterschiedliche Beleuchtungszyklen:

Wachstumsphase: 18 Stunden Licht, 6 Stunden Dunkelheit („18/6-Zyklus“). Diese langen Lichtphasen simulieren den Sommer und fördern das vegetative Wachstum.
Blütephase: 12 Stunden Licht, 12 Stunden Dunkelheit („12/12-Zyklus“). Dieser Zyklus simuliert den Herbst und regt die Pflanze zur Blütenbildung an.
Tipp:
Lichtlecks während der Dunkelphase können die Blüte stören. Stelle sicher, dass dein Anbauort absolut lichtdicht ist!

Praktische Tipps für den optimalen Lichteinsatz

Abstand zur Pflanze:
LED-Lampen sollten 30–60 cm über der Pflanze hängen, HPS-Lampen wegen der Wärmeentwicklung etwas höher. Nutze die kostenlose Photone App um deine Lichtstärke zu bestimmen und entsprechend die richtige Lampenhöhe zu finden.
Reflektoren nutzen:
Reflektierende Oberflächen wie Mylar oder weiße Wände maximieren die Lichtnutzung.
Qualität über Quantität:
Hochwertige LED-Lampen mit speziellem Cannabis-Spektrum sind besser als billige Alternativen.

Fazit

Licht ist der Schlüssel zu gesunden, produktiven Cannabis-Pflanzen. Durch die richtige Kombination aus Lichtstärke, Spektrum und Beleuchtungsdauer kannst du sicherstellen, dass deine Pflanzen ihr volles Potenzial entfalten. Ob du mit blauem Licht kräftiges Wachstum förderst oder mit rotem Licht die Blütenbildung maximierst – die Kontrolle über das Licht ist eine der mächtigsten Waffen in deinem Anbau-Arsenal.
Also, sorge für gutes Licht und beobachte, wie deine Pflanzen gedeihen!

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